Wir feiern Geburtstag - Jubiläum unter außergewöhnlichen Umständen 
60 Jahre Blasmusikverein Bischberg 1960 e.V.

Ehrungsabend 2020

Auch beim Blasmusikverein Bischberg hatte, wie bei so vielen anderen, die Pandemie die Jahresplanungen gründlich durcheinandergewirbelt. Nachdem der geplante Ehrungsabend im Frühjahr abgesagt wurde, konnte er nun unter strengen Auflagen und mit einem umfangreichen, ausgeklügelten Hygienekonzept endlich nachgeholt werden.

Rund 90 geladene Gäste hatten sich in der Turnhalle der Bischberger Grundschule eingefunden, die unter strikter Einhaltung aller Abstandsregeln allen genug Platz bot. Auch zahlreiche Ehrengäste folgten der Einladung und freuten sich, mal wieder eine Veranstaltung besuchen zu können.

Nach der Begrüßung durch die 1. Vorsitzende Renate Heinz und dem Totengedenken überbrachten Bürgermeister Michael Dütsch und OKR-Vorsitzender Georg Schmitt ihre Grüße.

Bürgermeister Dütsch dankte den Verantwortlichen für die Durchführung der Veranstaltung trotz der schwierigen Umstände. Er betonte, wie wichtig ehrenamtliches Engagement ist – im Hintergrund wie auch nach außen. Der Musikverein sei für das Gemeindeleben unverzichtbar und gilt als wichtiger kultureller Faktor. Er unterstrich, dass ein solcher Zusammenhalt gerade in Zeiten von social distancing wichtig ist und wünschte dem Verein für die Zukunft alles Gute. Als Anerkennung und Dank überreichte er ein Geschenk der Gemeinde.

OKR-Vorsitzender Georg Schmitt überbrachte die Glückwünsche und ein Geschenk aller Ortsvereine. Er betonte, dass er ja selbst lange im Verein aktiv gewesen sei und daher viele Geschichten und Anekdoten kennt. Zusammenhalt sei immer ein bestimmender Faktor im Verein gewesen.

Ehrendirigent Willibald Kröner verlas anschließend Auszüge aus der Vereinschronik und die Namen der 52 Gründungsmitglieder. Auch er hob als wesentliche Faktoren im Vereinsleben den Zusammenhalt, die rührige Vorstandschaft, die vielen Aktiven, die gute Kameradschaft und die stets intensive Jugendarbeit hervor.

2. Ehrungen

15 Mitglieder wurden von den beiden Vorsitzenden Renate Heinz und Susanne Stark für ihre langjährige Treue zum Verein mit einer Ehrennadel und einer Urkunde ausgezeichnet. Dies waren für 15 Jahre: Sandra Schilling, Karin, Franziska und Philipp Steger, Claus Ziegler. Für 25 Jahre: Michael Baumann, Bernhard und Ingeborg Hubert, Dieter Stark, Roland Wildner. Für 50 Jahre: Georg Will und für 60 Jahre die Gründungsmitglieder Karl-Heinz Exner, Bruno Kröner, Roland Kröner, Willibald Kröner (Ehrendirigent)

Die Ehrungen der Aktiven übernahmen Thomas Kolb und Angelika Becher vom Nordbayerischen Musikbund. Sie bedankten sich beim Blasmusikverein für den Mut, in der jetzigen Situation eine solche Veranstaltung durchzuführen und lobte die ausgezeichnete Organisation. Die folgenden langjährigen aktiven Musiker wurden vom Verband geehrt: 10 Jahre: Christoph Ernst, Sebastian Raquet, Sebastian Schuhmann; 20 Jahre: Rudolf Haupt, Corinna Münzel, Stefanie Richter; 30 Jahre: Wolfgang Baumann, Sabine Bräutigam; 40 Jahre: Wolfgang Müller, Wolfgang Reiser, Ursula Stark; 50 Jahre: Georg Will; 60 Jahre: Bruno Kröner

3. Nachwuchs

Auch die Nachwuchsmusiker durften sich in diesem Jahr feiern lassen. Jugendleiterin Anna Steger führte aus, dass die Kinder ja bereits im Februar ihre Theorie-Prüfung absolviert hatten, dann aber von der Pandemie jäh gestoppt wurden. Nach Ostern konnte der Unterricht dann aber online und digital wieder aufgenommen werden und im Juli durften die Kinder endlich auch ihre praktische Leistungsprüfung ablegen. Geehrt für die erfolgreiche D1-Prüfung wurden Lukas Bräutigam, Sebastian Heinz und Lukas Zankl, die inzwischen auch im Hauptorchester mitspielen, sowie Leni Görtler und Julian Vollmuth. Unterstützt von den beiden jungen Dirigenten Raphael Reiser und Oliver Kröner umrahmten sie „ihren“ Programmteil mit 2 Bach-Chorälen.

4. Sonderehrungen

In diesem Festjahr standen noch zusätzlich ein paar ganz besondere Ehrungen im Programm, die ebenfalls die Vertreter des NBMB übernahmen. Sie betonten, wie unverzichtbar gerade Funktionäre für einen Verein sind.

Uschi Stark wurde nicht nur für 40 Jahre aktives Musizieren ausgezeichnet, erhielt von Angelika Becher vom Nordbayerischen Musikbund für ihr Engagement in den verschiedensten Aufgabenbereichen eine Urkunde. Die gleiche Auszeichnung ging an Wolfgang Reiser, der an diesem Abend leider nicht persönlich anwesend sein konnte. Eine Ehrung für langjährige Funktionärsarbeit wurde auch Roland Wildner zuteil, der seit vielen Jahren als 3. Vorstand zwar meist im Hintergrund tätig, aber gerade deshalb für den Verein unverzichtbar ist.

Besonders gefeiert wurde Bruno Kröner. Er ist als Gründungsmitglied der ersten Stunde nicht nur seit 60 Jahren Mitglied im Verein, sondern nach wie vor als Musiker aktiv. Vor allem bei vielen kirchlichen Anlässen holt er immer noch gerne sein Flügelhorn hervor und unterstützt „seine“ Musiker. Nicht zuletzt nimmt er auch seit 60 Jahren an der alljährlichen Wallfahrt nach Gößweinstein teil, die leider in diesem Jahr auch Corona zum Opfer fiel. Wie die NBMB-Vertreter betonten, könne man gerade bei Bruno Kröner mit Fug und Recht sagen, dass er ein Leben für die Musik führt. Bruno erhielt für seine Vereinstreue von den Gästen des Ehrungsabends standing ovations.

5. Der Ehrenvorsitzende

Ein weiteres Highlight des Abends war die Ernennung von Werner Bauer zum Ehrenvorsitzenden. Seine Nachfolgerin Renate Heinz gab zunächst einen kurzen Überblick über seinen Werdegang im Musikverein. Er trat 1974 ein und spielte die große Trommel (weil er ja keine Noten lesen konnte). Mit Unterbrechungen war er von 1987 bis 2019 zunächst 2., danach 1. Vorstand. Vor genau 1 Jahr erfolgte sein für alle überraschender Rücktritt. In dieser Zeit zeichnete er maßgeblich für die Weiterentwicklung des Musikvereins und dessen heutiges gutes Ansehen verantwortlich. Nachdem er im vergangenen Herbst seine offiziellen Ämter niedergelegt hatte, bleibt er dem Verein dennoch eng verbunden und steht immer in beratender Funktion zur Verfügung. Etliche „seiner“ Musiker und langjährigen Weggefährten ließen es sich nicht nehmen, ihm mit einer kurzen Darbietung für seinen unermüdlichen Einsatz zu danken: sie hatten den alten Schlager „Im Wagen vor mir“, den Werner bei Auftritten gerne selbst gesungen hatte, auf seinen Werdegang umgedichtet. Als Geschenk erhielt er neben einem Teller der von ihm so hoch geschätzten „Fanta-Schnitten“ eine geschmückte große Trommel mit allen Unterschriften.

Auch Angelika Becher gratulierte Werner Bauer zu dieser Auszeichnung. Sie unterstrich, dass er sich in den vielen Jahren immer zum Musikbund bekannte und diesen unterstützte. Sie sei aus diesem Grund auch stets gerne zu den Konzerten nach Bischberg gekommen. Bauer habe den Verein über viele Jahre hinweg geprägt und mit seiner Arbeit den Grundstein für den neuen Vorstand gelegt. Da in der derzeitigen Situation kein persönliches Händeschütteln möglich ist, überreichte sie ihm zumindest einen Wein mit dem Namen „Handschlag“.

Werner Bauer bedankte sich beim Verein für das Geschenk und die Ehrenurkunde, aber auch für seine langen Jahre im Verein. Er habe sehr viel Zeit und Herzblut investiert, aber auch durch die Musiker und die Vorstandskollegen sehr viel zurückbekommen. Dass es in den letzten 52 Jahren nur 2 Vorstände gab – Udo Margowski und ihn selbst -, wertete er als Zeichen der Kontinuität, die für einen Verein ja unverzichtbar ist. Sein Rücktritt im Vorjahr sei ihm nicht leicht gefallen, aber er war sicher, dass er damit dem Verein für eine Weiterentwicklung in der Zukunft die nötigen Impulse geben könne – was sich ja auch bestätigt hat. Er betonte nochmals, dass er sein Leben lang für den Verein da sein wird.

6. 25 Jahre musikalische Partnerschaft

Und noch ein Punkt stand auf der Tagesordnung: Seit mittlerweile 25 Jahren unterhält der BMV Bischberg eine musikalische Partnerschaft mit dem Musikverein Denklingen. Auch dieses Jubiläum hätte eigentlich groß gefeiert werden sollen, aber…. Einige Vertreter aus Denklingen ließen es sich dennoch nicht nehmen, nach Bischberg zu fahren, um ihren Musikfreunden zum Vereinsjubiläum zu gratulieren und mit den Geehrten zu feiern, mit denen sie inzwischen großenteils langjährige auch persönliche Freundschaften verbinden. Die 2. Vorsitzende Susanne Stark würdigte die seit 25 Jahren bestehende Freundschaft und Partnerschaft und präsentierte einen kurzen Rückblick auf die Entwicklung der Partnerschaft und stellte ihre Danksagung an die Denklinger unter das Motto „Wenn aus Kollegen Freunde werden“.

Jürgen Waldhör, der 1. Vorsitzende des Musikvereins Denklingen, bedankte sich bei allen Bischbergern für all die Jahre der Freundschaft, für die vielen gemeinsamen Unternehmungen und das gute Klima zwischen beiden Kapellen. Er betonte, dass sich auch viele persönliche Freundschaften entwickelt haben und wünscht sich und den Bischbergern, dass das auch in Zukunft so bleibt. Zur Feier des 60jährigen Vereinsjubiläums überreichen die angereisten Denklinger dem Blasmusikverein die Zutaten für eine zünftige Allgäuer Brotzeit, mit Käse, Schnaps und Bier.

7.    Ehrenmedaille für den Verein

Abschließend bedankte sich Angelika Becher im Namen des NBMB für die Durchführung des Ehrungsabends. Thomas Kolb überreichte an die 1. Vorsitzende Renate Heinz die Medaille in Silber am weiß-blauen Band, die der NBMB an Vereine verleiht, die seit mindestens 50 Jahren bestehen. Er hoffe, dass der Verein auch in Zukunft so erfolgreich arbeitet und dabei viel Unterstützung durch Bürgermeister und Gemeinde erhält. Außerdem überreichte er eine CD des NBMB-Jugendorchesters, die den Titel „Sempre avanti“ trägt: immer voran – das passende Motto für die Zukunft.

8. Gemütliches Beisammensein

Gerne folgten die Gäste der Einladung zu Getränken und Häppchen, die die Firma Scharf vorbereitet hatte. In der Vorhalle der Schule und im Freien wurden noch bis in den frühen Morgen angeregte Gespräche geführt und viele Erinnerungen ausgetauscht.